Junges Landestheater Bayern

Hohenbogen

Mitten im Naturpark Bayerischer Wald, zwischen Furth, Bad Kötzting und Neukirchen b.Hl. Blut, liegt über sieben Kilometer hingestreckt ein wunderschön geschwungener Bergrücken. Es könnte tatsächlich der schlafende Urdrache sein, wären da nicht diese zwei blitzweißen, futuristischen Türme, die das Auge beim romantischen Schweifen sofort irritieren.

Der Hohe Bogen im Nebel
Weg zum Atombunker
Wendeltreppe im Turm

Der Hohenbogen hat ein mächtiges Mahnmal aus dem Kalten Krieg auf dem Buckel: Auf 1079 m über N.N. steht der Nato-Horchposten „Fernmeldesektor F“, der südlichste von fünf Abhörstationen entlang der ehemaligen deutsch-deutschen bzw. deutsch-tschechischen Grenze. Seit Mitte der 1960er Jahre lauschten hier deutsche, französische und amerikanische Soldaten gemeinsam den Gesprächen, die hinter dem Eisernen Vorhang geführt wurden. 

2004 wurde das Areal, zu dem neben den beiden Türmen noch weitere Gebäude und ein Atombunker gehören, stillgelegt. Es hat nun mit dem jungen Rimbacher Michael Schreiner einen neuen, zivilen Besitzer gefunden, der uns bis zur geplanten künftigen Nutzung als Museum und Begegnungsort schon einmal die Sicherheitstore öffnet: jetzt sind wir mitten drin in unserer gerade erst Geschichte gewordenen jüngsten Vergangenheit! Ein ungewöhnlich spannender Ort für „Theater auf Zeit“ !

Die beiden Überwachungstürme in der Sonne
Radioinstallation in der Seilbahn
Am Tor: Soldatin (K.Kejker) und Offizier (M.Sattler)
Turmansicht

Alle Vorstellungen beginnen an der Talstation der Hohenbogen-Seilbahn auf der Neukirchener Seite des Berges. Die Zuschauer schweben als erste Station der bewegten Inszenierung (s. „Harald Maude und der Kalte Krieg“) mit dem friedlichen Doppelsessel über die Natur zur Bergstation von wo aus sie durch den klingenden Wald zu den Türmen geleitet werden. Auf dem Gelände werden Vorplatz, Schleusengang, Atomschutzbunker und ehemalige Abhörzentrale bespielt. 

Loading the player ...

Im Anschluss an die Abendvorstellungen gibt es außerdem noch zu essen in der Theater-Kantine, auf der Bühne Live-Musik mit "The Stone" und den 8.Stock des Hauptturmes hat Anton Spandl mit angehenden Schreinern der Berufsschule Furth im Wald in ein echtes Sonnenuntergangs-Café verwandelt. Hier kann man bei einer Tasse Tee nachdenken und ganz nebenbei hat man einen wunderbaren Rundblick über den Böhmerwald und über Pilsen hinaus. Und wie ein Spiegelbild taucht da auch der Horchposten der ehemaligen Gegenseite auf dem tschechischen Berg Cerchov auf. Der Abend endet mit einer gemeinsamen Nacht-Talfahrt für alle Zuschauer. 

Kantine
Live-Musik nach den Abendvorstellungen: The Stone (A. u. M. Wroblewski)
Teesalon im Turm

Das Theater auf Zeit auf dem Hohenbogen ist entstanden in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen Holz, Elektro und Metall der Berufsschulen im Landkreis Cham. Ferner hat der Traditionsverein Hohenbogenkaserne eigens für das Bühnenbild die original Horchfunkergeräte wieder in Betrieb genommen. Bei der Audioinstallation „Wald und Turm“ haben uns Philipp Kaetel von der IES München und die Bergwacht Neukirchen rat- und tatkräftig zur Seite gestanden. Außerdem wurden wir unterstützt vom Bayerischen Staatsforsten Forstbetrieb Roding, den Behindertenwerkstätten Bad Kötzting, den Unternehmen Elektro Kunz Cham, Suzuki Maier Schorndorf, Autohaus Breu Cham, Fenster- und Rolladen-Technik Braun, Radio Kögler Furth und Devotionalien Neumeyer Neukirchen.

Michael Kunz installiert in der ehemaligen Abhörzentrale den Starkstrom für das Bühnenlicht.
Anton Spandl baut mit seinen Schülern die Zuschauertribüne für den Schleusengang.
Herr Treml nimmt für "Harald, MAude und der Kalte Krieg" die Horchfunkergeräte wieder in Betrieb.